Mit Herz, Kompetenz und großer Verantwortung

Schülerstation im Kreiskrankenhaus Greiz wird zum beeindruckenden Praxistest für Pflegenachwuchs

Eine Woche lang zeigte der Pflegenachwuchs im Kreiskrankenhaus Greiz, was in ihm steckt. Vom 8. bis 13. März 2026 übernahmen elf Auszubildende des dritten Lehrjahres auf der Schülerstation weitgehend selbstständig die Betreuung von Patienten. Alle Beteiligten brachten sich mit vollem Engagement, großer Motivation und ausgeprägtem Verantwortungsbewusstsein in dieses besondere Praxisprojekt ein, darunter auch zwei Auszubildende in berufsbegleitender Ausbildung.

Für die Auszubildenden war dieses Projekt ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg in ihren späteren Beruf. Für die Patienten bedeutete es, eine Betreuung durch motivierte Nachwuchskräfte, die ihr Wissen und ihre praktischen Fähigkeiten im realen Klinikalltag anwenden konnten – jederzeit begleitet und unterstützt von erfahrenen Fachkräften.

Auf der Schülerstation betreuten die angehenden Pflegefachkräfte zehn Zimmer. Bei voller Belegung versorgten sie damit bis zu 20 Patienten. Sie wurden von 16 Praxisanleitern unterstützt, die jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung standen, Sicherheit vermittelten und in herausfordernden Situationen unterstützend eingriffen. Trotz dieser engen Begleitung lag die Hauptverantwortung für die Patientenversorgung bei den Auszubildenden selbst. Das machte die Schülerstation so wertvoll, denn die angehenden Fachkräfte erlebten unmittelbar, was es hieß, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen mitzutragen, im Team zu handeln und dabei den Menschen stets in den Mittelpunkt zu stellen.

Alle teilnehmenden Auszubildenden kannten das Krankenhaus Greiz bereits gut. Im Verlauf ihrer Ausbildung hatten sie nahezu alle Stationen und Fachabteilungen des Hauses kennengelernt. Welche Station für die Schülerwoche ausgewählt wurde, durften sie mitentscheiden. Dabei spielte sicherlich auch das Interesse an bestimmten Krankheitsbildern und medizinischen Fachbereichen eine wichtige Rolle. Die Wahl fiel auf die Station von Frau Dr. med. Nancy Zaspel, die seit Anfang des Jahres eine eigene Station im Bereich der Wirbelsäulenchirurgie leitet. Dieser Bereich erwies sich nicht nur medizinisch als besonders anspruchsvoll und spannend, sondern war auch für die Ausbildung von großem Wert, da er verschiedene Fachgebiete miteinander verknüpft.

Wie intensiv und prägend diese Woche für die Auszubildenden war, beschreibt Pflegeschülerin Anette Treidler, die während der Schülerstation koordinierende Aufgaben übernahm: „Mein erster Gedanke war tatsächlich: Wow, das ist eine große Verantwortung. Ich habe mich aber auch sehr gefreut, weil es eine gute Möglichkeit ist, zu zeigen, was wir in der Ausbildung schon gelernt haben. Gleichzeitig bekommen wir dadurch einen Einblick in den Alltag als examinierte Pflegefachkraft.“

Frau Treidler half dabei, den Dienst zu koordinieren, Aufgaben im Team zu verteilen und den Überblick über Patienten sowie anstehende Tätigkeiten zu behalten. Damit unterschied sich ihre Rolle deutlich vom üblichen Ausbildungsalltag. „Normalerweise konzentriert man sich stärker auf einzelne Aufgaben als Auszubildende. In dieser Rolle musste ich zusätzlich das ganze Team und den Ablauf der Station im Blick haben“, berichtet sie. Gerade in Situationen, in denen mehrere Dinge gleichzeitig geschahen, seien Ruhe, Kommunikation und Prioritätensetzung entscheidend gewesen. Die enge Abstimmung im Team, der offene Austausch untereinander und die Unterstützung durch die Praxisanleiter hätten dabei Sicherheit gegeben.

Auch die Zusammenarbeit auf der Schülerstation erlebten die Auszubildenden als besondere Stärke des Projekts. Jeden Morgen wurden Aufgaben gemeinsam abgestimmt und verteilt, während der Schicht unterstützte man sich gegenseitig. So konnten nicht nur fachliche Kompetenzen weiterentwickelt, sondern auch Organisation, Teamfähigkeit und Selbstvertrauen nachhaltig gestärkt werden.

Besonders positiv nahmen auch die Patienten das Projekt auf. Viele reagierten offen, interessiert und unterstützend auf die von Pflegeschülern geleitete Station. Manche seien zunächst überrascht gewesen, berichtet Frau Treidler, doch das Vertrauen wachse schnell, sobald die Patienten spürten, wie gut das Team zusammenarbeite und wie aufmerksam sie betreut würden. In Erinnerung blieben ihr vor allem die Momente, in denen Patienten rückmeldeten, dass sie sich gut aufgehoben fühlten. Gerade solche Erfahrungen zeigten, wie viel selbst kleine Gesten, Zeit und Zuwendung im Pflegealltag bewirken können.

Die Schülerstation half den Auszubildenden dabei, ihr Wissen aus dem Unterricht sicher in die Praxis umzusetzen. Zugleich bereitete das Projekt sie auf die bevorstehenden Abschlussprüfungen vor und stärkte ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Auch die Nachwuchsmanagerinnen des Kreiskrankenhauses Greiz zogen ein sehr positives Fazit: Sie beobachteten, mit wie viel Engagement und bemerkenswerter Professionalität die Auszubildenden Verantwortung übernahmen und den Stationsalltag aktiv mitgestalteten. Besonders hervorgetreten seien dabei ihr ausgeprägter Teamgeist sowie ihr sicherer und zugewandter Umgang mit den Patienten. Damit habe die Schülerstation erneut deutlich gemacht, wie wertvoll praktische Lernräume sind, in denen junge Menschen eigenständig arbeiten und zugleich fachlich begleitet wachsen können.

„Für unsere Auszubildenden war die Schülerstation weit mehr als eine Übungseinheit. Sie erlebten hier, wie entscheidend Fachwissen, Verantwortungsbewusstsein und Einfühlungsvermögen im Umgang mit Patienten sind. Gerade in einem anspruchsvollen Bereich wie der Wirbelsäulenchirurgie konnten sie wertvolle Erfahrungen sammeln, die sie auf ihrem weiteren Berufsweg nachhaltig prägen werden“, so Geschäftsführer Dr. Tommy Jehmlich. „Mit der nun bereits zum wiederholten Mal durchgeführten Schülerstation machen wir erneut deutlich, wie wichtig eine qualitätsvolle und praxisnahe Ausbildung für die Zukunft der medizinischen Versorgung ist. Zugleich zeigt das Projekt eindrucksvoll, mit wie viel Engagement, Herz und Verantwortungsbewusstsein unser Pflegenachwuchs schon heute Verantwortung für Patienten übernimmt.Angesichts der hervorragenden Leistungen unserer Auszubildenden freuen wir uns sehr, sie alle in unserem Haus übernehmen zu können. Die entsprechenden Urkunden wurden bereits überreicht.“