Krankenhaus Greiz stärkt Versorgung dialysepflichtiger Patienten

Umbau der Intensivtherapiestation schafft moderne Dialysemöglichkeiten

Für viele Menschen beginnt lebenswichtige Medizin nicht im Operationssaal, sondern am Dialysegerät. Wer regelmäßig eine Blutwäsche benötigt, muss auch während eines Krankenhausaufenthalts sicher und gut versorgt sein – etwa nach Operationen, bei akuten Erkrankungen oder auf der Intensivstation. Genau hier setzt die Kreiskrankenhaus Greiz-Ronneburg GmbH an.

Mit fachlicher Unterstützung von Herrn Dr. med. Armin von Saß von unserem langjährigen Kooperationspartner, den Nephrologischen Praxen und Dialysezentren Gera-Greiz-Eisenberg, wurde die Intensivtherapiestation umgebaut und die Dialysemöglichkeiten umfassend modernisiert und erweitert.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie leben in Deutschland derzeit rund 100.000 dauerhafte Dialysepatienten. Und der Bedarf wächst. Auch im Krankenhaus Greiz ist diese Entwicklung deutlich erkennbar: Wurden 2021 noch 575 dialysepflichtige Patienten versorgt, waren es 2025 bereits 728 – ein Anstieg um rund 27 Prozent.

„Diese Zahlen zeigen eindeutig: Die Dialyse ist längst kein Randthema mehr, sondern ein zentraler Bestandteil der modernen Krankenhausversorgung“, sagt Dr. med. Steffen Volkert. „Gerade wenn chronisch dialysepflichtige Patienten operiert oder intensivmedizinisch betreut werden müssen, darf die Behandlung nicht an organisatorischen oder technischen Grenzen scheitern.“

Die Modernisierung war technisch notwendig. Denn die modernen Dialysegeräte für die Patienten benötigen Wasser- und Abwasseranschlüsse, die im Zuge des Umbaus gezielt geschaffen wurden. Künftig können auf der Intensivstation bis zu sieben Patienten in vier Zimmern gleichzeitig durch unsere nephrologischen Kollegen dialysiert werden. Zwei der Zimmer können bei Bedarf als Isolierzimmer nutzbar. Ergänzend stehen weiterhin Dialysegeräte zur Verfügung, die vorwiegend in der Intensivmedizin verwendet werden, zum Beispiel für eine Behandlung bei akutem Nierenversagen oder bei instabiler Kreislaufsituation.

Bereits im Vorfeld des Umbaus haben unsere Kooperationspartner in den Räumlichkeiten unseres Krankenhauses vier Dialyseplätze für eine In-House-Behandlung von Patienten ausgerüstet, die auf unseren operativen und internistischen Stationen betreut werden.

Dies bedeutet für Patienten kürzere Wartezeiten, weniger Transporte und besser planbare Abläufe. Auch die Mitarbeiter profitieren, denn der Aufwand für die Lagerung, den Transport und die Entsorgung großer Mengen der früher verwendeten Dialyseflüssigkeiten wurde reduziert.

„Gerade in der aktuellen gesundheitspolitischen Lage müssen Krankenhäuser zukunftsfähig, effizient und regional gut erreichbar aufgestellt sein“, betont Geschäftsführer Dr. Tommy Jehmlich. „Mit dem Umbau investieren wir in Strukturen, von denen die Patienten profitieren und die unsere Teams im Alltag spürbar entlasten.“

Die Basis der Versorgung ist ein starkes Netzwerk. So arbeitet das Krankenhaus Greiz arbeitet seit vielen Jahren eng mit den Dialysezentren Gera-Greiz-Eisenberg sowie mit weiteren regionalen und überregionalen nephrologischen Praxen bzw. Dialyseeinrichtungen zusammen. Patienten werden abgestimmt insbesondere zur operativen, aber auch kardiologischen oder gastroenterologischen Behandlung nach Greiz überwiesen. Die notwendigen regelmäßigen Dialysen erfolgen während des stationären Aufenthalts in enger Abstimmung mit den Kooperationspartnern.

„Die Stärke dieses Modells liegt in der Zusammenarbeit“, betont Dr. med. Steffen Volkert. „Unsere Teams bringen die Erfahrung in der stationären, operativen und intensivmedizinischen Versorgung mit. Die Kolleginnen und Kollegen aus der Nephrologie sichern die spezialisierte Dialysebehandlung. So können wir gemeinsam Patienten versorgen, die andernorts oft nur mit großem organisatorischem Aufwand behandelt werden könnten.“

Mit dem Umbau festigt das Krankenhaus Greiz seine Rolle als wichtiger stationärer Anlaufpunkt für Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen und Dialysebedarf in der Region. Die Investition steht für moderne Medizin, die auch außerhalb großer Zentren verlässlich verfügbar bleibt.